Bruderhähne



 

Heutzutage sind Hühner mit hoher Legeleistung oder mit viel Fleischansatz das Ergebnis jahrzehntelanger einseitiger Zucht. Während bei Fleischrassen noch beide Geschlechter wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden können, geht bei Legerassen der größte Teil der Futterenergie in die Eierproduktion. Die Folge sind eher leichte Tiere mit wenig Brustansatz, die dafür viele Eier legen. Letzteres ist jedoch bekanntlich nur den weiblichen Tieren vorbehalten – ein Gesetz der Natur, an dem wohl auch der Mensch nichts ändern wird. 

Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland derzeit etwa 40 Millionen Legehennen gehalten werden und es ein weiteres Gesetz der Natur ist, dass etwa 50% der schlüpfenden Küken männlich sind, kann also davon ausgegangen werden, dass jede Legehenne einen Bruder hat oder zumindest einen hatte.

Wie bereits hinreichend in den Medien diskutiert wurde, ist die Praxis des Tötens dieser männlichen Küken weit verbreitet, da deren Aufzucht nicht rentabel ist. Dafür gibt es leider auch in der ökologischen Landwirtschaft noch keine fertige Lösung, wohl aber Lösungsansätze.

Als Junghennenaufzuchtbetrieb mit eigener Legehennenhaltung liegt es uns sehr am Herzen, uns an der Lösungsfindung zu beteiligen. Aus unserer Sicht führt kein Weg an der Züchtung eines Zweinutzungshuhns vorbei. Früher war es normal, dass das Huhn (zwar weniger) Eier legte, dafür aber auch das (etwas mehr an) Fleisch ihrer Brüder derselben Rasse genutzt wurde. Herausforderung ist es nun, Tiere zu züchten, die zudem besser an heutige Anforderungen und Gegebenheiten angepasst sind und deren Haltung nicht die Existenz kostet. Denn auch, wenn wir als ökologisch wirtschaftender Betrieb hohe Ideale haben, können und möchten wir nicht umsonst arbeiten.

Da sich jahrzehntelang verpasste Zuchtarbeit jedoch nicht kurzfristig aufholen  lässt, ist es für uns ein erster Schritt, so viele Legehennenbrüder mit aufzuziehen, wie möglich. So können wir zu allen Legehennen, die wir selbst halten, die Aufzucht ihrer Brüder garantieren. Einen Teil dieses Fleisches lassen wir von einem Kooperationspartner zu Fleisch- und Wursterzeugnissen im Glas veredeln.

Zu unseren Produkten vom "Großen Bruder" sowie zum Bestellschein geht es hier:


Da die Bruderhahnaufzucht nur eine Zwischenlösung ist, wirken wir zudem aktiv an

der Züchtung eines Zweinutzungshuhns mit. Zum einen sind wir Zuchtstandort der Ökologischen Tierzucht gGmbH und halten deren Elterntiere im Lohn. Zudem

haben wir mehrere Ställe mit Kreuzungstieren der ÖTZ (dem Ergebnis einer Anpaarung aus der Mutter einer Legerasse mit dem Vater einer Fleischrasse) belegt und sammeln somit Erfahrungen und Daten aus der Praxis.

 

Mehr Informationen zur Ökologischen Tierzucht gGmbH finden

Sie unter: www.oekotierzucht.de oder www.das-oekohuhn.de